Citizen Science Award 2018

Bürger/innen beim forschen © fotolia goodluz

Welche Hummelarten sind in Österreich wo verbreitet? Wo befinden sich die Brutplätze der Mauersegler in Wien? Und welche Zusammenhänge gibt es zwischen den Verhaltensmustern und dem Bruterfolg von Graugänsen, Waldrappen und Raben? Diesen und vielen weiteren Forschungsfragen können Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Citizen Science Awards 2018 nachgehen und bis zu 3.000,- Euro für die Klassenkassa gewinnen.

Von 1. Mai bis 30. Juni sind Schulklassen wieder eingeladen, bei fünf ausgewählten Forschungsprojekten mitzuarbeiten – ein sechstes Projekt richtet sich ausschließlich an Erwachsene!

Mitforschen ist ganz einfach

Alle Meldungen und Einträge können je nach Projekt innerhalb von wenigen Minuten online, über eine App, per Mail oder per Post abgegeben werden. Alle Projekte können gut in den Unterricht eingebaut werden. So eigenen sich mehrere hervorragend für den Biologieunterricht, wie zum Beispiel die Suche nach den Nistplätzen der Mauersegler in Wien, die Beobachtung von Graugänsen, Waldrappen und Raben im Cumberland-Wildpark im Altmal, OÖ, oder die Bestimmung von Hummelarten nach deren Farbmustern. Ein Schulausflug eignet sich zum Beispiel ideal, um die Blüten des Schwarzen Holunders und das Wiesen-Knäuelgrases anzusehen und die Beobachtungen in die Naturkalender-App einzutragen.

In den Geschichteunterricht lässt sich besonders gut das Projekt "Topothek – gemeinsame geschichte erleben" einbinden, bei dem Schülerinnen und Schüler aus ganz Österreich als junge Hobbyhistorikerinnen und -historiker zu den Themen Ortsgeschichte, Geschichte der Schule/Institution oder Familiengeschichte eigene Topotheken erstellen oder bereits bestehende örtliche Topotheken erweitern.

Zeitaufwand

Die Suche nach Vögeln, Hummeln und Pflanzen sowie die Recherche nach historischen Materialien kann individuell ausgedehnt und damit ideal in den Unterricht integriert werden. Beim Projekt "Forschen im Almtal" ist mit einem Zeitaufwand von mindestens 30 Minuten zu rechnen, die Beobachtungen könnten zum Beispiel im Rahmen eines Schulausfluges in den Cumberland-Wildpark stattfinden.

Geld- und Sachpreise

An die engagiertesten Citizen Scientists vergibt das BMBWF gemeinsam mit den Forschungsteams attraktive Preise: Schulklassen können bis zu 1.000,- Euro für die Klassenkassa gewinnen.

Sonderpreis für das kreativste Video

Für das kreativste Video zur Teilnahme an einem der Forschungsprojekte wird zusätzlich ein Sonderpreis in der Höhe von 3.000,- Euro vergeben. Höhepunkt des Citizen Science Awards ist die Verleihung im Rahmen einer großen Festveranstaltung in Wien.

 

Projekte

Topothek für Schulen

Bild von historischen Schwarz-Weiß-Fotos © Pixabay

gemeinsame geschichte erforschen

Projektleitung: Mag. Alexander Schatek, International Center for Archival Research (ICARUS), Wien

Topotheken sind frei zugängliche Online-Archive, welche historisches Material und Wissen in digitalisierter Form der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Schulklassen sind eingeladen, zu den Themen Ortsgeschichte, Geschichte der Schule/Institution oder Familiengeschichte eigene Topotheken zu erstellen bzw. bestehende örtliche Topotheken in der Gemeinde zu erweitern. Private Zeitdokumente wie Fotos, Erinnerungsstücke, Videos oder Erzählungen werden damit für die Nachwelt gesichert. Sie sind außerdem Grundlage für vertiefende Heimatforschung, Genealogie, Sozialforschung u.v.m.

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Forschen im Almtal

Luftansicht mit fliegenden Vögeln © K. Kotrschal

Erforschung der Graugänse, Waldrappe und Kolkraben im Cumberland-Wildpark

Projektleitung: Mag. Dr. Didone Frigerio, Universität Wien

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen den Verhaltensmustern und dem Bruterfolg von Graugänsen, Waldrappen und Raben? Besucherinnen und Besucher sowie Schulklassen können bei einem Besuch des Cumberland-Wildparks die individuell markierten Vögel beobachten und Meldungen über deren Rast- und Nahrungsplätze, Verhalten und die Qualität der Paarbindung abgeben. Der genaue Aufenthaltsort sowie Verhaltensbeobachtungen können in die App "Forschen im Almtal" eingetragen werden.

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Mauersegler in Wien

Foto eines Mauerseglers © Lubomir Hlasek/www.hlasek.com

Ein Projekt zum Nachweis von Brutplätzen und Brutpaarzahlen

Projektleitung: Ferdinand Schmeller, Stadt Wien, Wiener Umweltschutzabteilung MA 22

Wo und wie viele Mauersegler nisten in Wien? Brüten sie in Kolonien oder gibt es viele einzelne Brutpaare? Die versteckten Brutplätze dieser Zugvögel und die Verteilung über das gesamte Stadtgebiet machen die Erhebung sehr aufwendig. Schulklassen aber der 8. Schulstufe sind eingeladen, die Einflugslöcher der Nistplätze sowie die Anzahl der einfliegenden Vögel in einem standardisierten Meldebogen zu erfassen, zu fotografieren und anschließend an die Wiener Umweltschutzabteilung zu übermitteln. Die Beiträge werden überprüft und dienen dem Erhalt der Brutplätze sowie dem Schutz dieser Vogelart.

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Naturkalender

Traktor mäht auf einem großen Feld © LACON

Beobachtung von Holunderblüte und Knäuelgras zur Bestimmung des Mahdzeitpunktes

Projektleitung: Thomas Hübner, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), Wien

Die zunehmende Erderwärmung lässt unter anderem den Frühling früher ins Land ziehen, wodurch Gräser und Kräuter zeitiger wachsen und die Wiesen früher mähreif sind. Über die Naturkalender-App können Beobachtungen und Fotos des Schwarzen Holunders und des Wiesen-Knäuelgrases eingetragen werden. Diese Information unterstützt Landwirtinnen und Landwirte u.a. bei der Bestimmung des jährlichen Mahdzeitpunktes. Außerdem werden die Daten für die Klimaforschung und den Pollenwarndienst genutzt.

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Faszinierende Vielfalt Hummeln

Großaufnhame einer Hummel auf einer violetten Blüte © Walter Wallner

Erhebung und Schutz der Hummelarten Österreichs

Projektleitung: Magdalena Meikl, MSc, Naturschutzbund Österreich

Hummeln spielen für die Bestäubung von mehreren hundert Pflanzenarten und damit für die Artenvielfalt eine herausragende Rolle. Der Naturschutzbund erforscht seit einigen Jahren die Verbreitung der 42 aktuell in Österreich vorkommenden Hummelarten. Die Daten sind insbesondere für den Erhalt der Artenvielfalt der Pflanzen wichtig. Schülerinnen und Schüler können über eine Onlineplattform deren Beobachtungen melden und Fotos hochladen. Im besten Fall wird auch die Blütenpflanze mitfotografiert und bestimmt – dafür gibt es Bonuspunkte.

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Reden Sie mit!

Portrait eines Arztes mit Mundschutz © LBG

Nur für Einzelpersonen über 18 Jahre!

Formulierung von Forschungsfragen im Bereich Unfallverletzungen

Projektleitung: Dr. Benjamin Missbach, Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Wien

Wer weiß am besten, wie sich traumatische Verkehrs- oder Sportverletzungen untersuchen und behandeln lassen? Diejenigen, die täglich damit zu tun haben: von der Ärztin oder dem Arzt, über die Therapeutin oder den Therapeuten bis zu Krankenpflegerinnen und -pfleger. Aber auch Patientinnen und Patienten haben am eigenen Leib Erfahrungen gesammelt, die nützlich für die Forschung sein können. Ziel ist, deren Erfahrungen und Wissen für die Wissenschaft nutzbar zu machen. Betroffene Personen können eine oder mehrere Forschungsfragen über eine Online-Plattform einreichen.

Weitere Informationen

Zentrum für Citizen Science


+43 1 534 08-437

Ebendorferstrasse 7
1010 Wien