Hilfe von Schulklassen gefragt: Die Bodyguards der Eichen

Infografik zum Projekt "Wer schützt die Eichen"
Wissenschaftler der Eidgenössichen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL in der Schweiz rufen Schulklassen aus ganz Europa auf, sich an ihrem umfangreichen Forschungsprojekt zum Einfluss des Klimas auf die Baumabwehr zu beteiligen. Bereits 2018 versteckten Schulkinder aus sieben europäischen Ländern über 3000 Raupen aus Knetmasse in Eichen. Raupen sind die natürlichen Feinde dieser Baumart. Unterstützung bei der Abwehr erhält die Eiche von Räubern wie Vögeln, Insekten, Spinnen oder Säugetieren, die versuchten, diese Raupen zu fressen.

Eichen beherbergen eine große Vielfalt an pflanzenfressenden Insekten, die die Blätter des Baumes fressen. Meist geschieht dies in einem geringen Ausmaß, doch wenn es mit weiteren Stressfaktoren – wie z.B. Trockenheit in Folge des Klimawandels – zusammenfällt, kann es den Baum auch töten.

Die Baumart kann sich dagegen teilweise selbst verteidigen, indem sie giftige Substanzen in ihren Blättern produziert. Zudem wird sie von vielen Räubern wie Vögelnn, Raubinsekten, Spinnen und Säugetieren bei der Abwehr der kleinen Tierchen unterstützt. Die Bäume werden also von den Feinden ihrer Feinde geschützt (sog. "trophische Kaskade").

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL möchte herausfinden, wie die beschriebenen Stressfaktoren, vor allem die Hitzewelle im Sommer 2018, auf diese trophische Kaskade wirken werden und bitte Schulklassen in ganz Europa um Mithilfe.

Was haben Schülerinnen und Schüler zu tun?

Schülerinnen und Schüler basteln mit Hilfe einer Anleitung Raupen aus Knetmasse und Draht und bringen diese im Frühling 2019 an einer Stieleiche (Quercus robur) in ihrer Umgebung an. Nach jeweils zwei Wochen und einem Monat wird der Zustand der Raupen überprüft und fotografiert: Räuber werden die Köder für ihre Beute halten und Spuren mit Schnabel, Zähnen oder Mandibeln (Mundwerkzeug von Insekten) hinterlassen. Außerdem werden Blätter an den Projektleiter Martin Grossner nach Frankreich gesendet, der den chemischen Inhalt analysiert.

Die Eichen, die sich für dieses Projekt eignen, können im Herbst einfacher und zuverlässiger ausgewählt werden, weshalb eine frühzeitige Anmeldung über die Projektseite empfohlen wird.

Weitere Informationen und Anmeldung