Citizen Science Award 2019

Titelbild des Citizen Science Award-Folders 2019 mit Beispielfotos der Projekte © unsplash, pixabay

Welche Verhaltensmuster zeigen Graugänse und Waldrappe an ihren Nestern? Wo genau befinden sich die Nistplätze von Rauch- und Mehlschwalben im Bezirk Tulln? Und wo sind die schönsten Plätze Wiens? Diesen und vielen weiteren Forschungsfragen konnten Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Citizen Science Awards 2019 nachgehen und bis zu 2.000,- Euro für die Klassenkassa gewinnen.

Mitforschen war in diesem Jahr bereits von 1. April bis zum Ende des Schuljahres am 5. Juli 2019 möglich. Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen konnten sich an sieben ausgewählten Forschungsprojekten beteiligen, fünf Projekte richteten sich auch an Einzelpersonen.

Mitforschen war ganz einfach

Alle Meldungen und Einträge konnten je nach Projekt innerhalb von wenigen Minuten online, über eine App oder bei einem Projekt vor Ort im Volkskundemuseum Wien abgegeben werden. Alle Projekte konnten gut in den Unterricht eingebaut werden:

So eigneten sich mehrere Projekte hervorragend für den Biologieunterricht, wie zum Beispiel die Suche nach den Nistplätzen der Rauch- und Mehlschwalben in Tulln, NÖ, oder die Beobachtung und Analyse von brütenden Graugänsen und Waldrappen in kurzen Online-Videosequenzen. In den Geschichtsunterricht ließ sich besonders gut das Projekt „food_history@exploreAT!“ einbauen, bei dem Schülerinnen und Schüler aus ganz Österreich als junge Hobbyhistorikerinnen und -historiker Materialien und Erzählungen in einer Online-Topothek sichern und beschlagworten sollten.

Im Deutschunterricht konnten Schülerinnen und Schüler zur Erforschung der deutschen Sprache nach verschriftlichter Sprache im öffentlichen Raum suchen oder (Heimat-)Bilder nach ihrer Wirkung auf den Menschen analysieren.

Für einen Schulausflug boten sich die beiden Projekte „Dreckspotz“ und „CityOases“ an: Mittels App konnte in der Natur gefundener Müll dokumentiert und kategorisiert werden, oder aber die Grün- und Freiflächen Wiens verortet und hinsichtlich Wohlbefinden, möglicher Aktivitäten etc. bewertet werden.

Zeitaufwand

Der benötigte Zeitaufwand für die einzelnen Projekte konnte individuell ausgedehnt werden, von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden. Die Themen ließen sich daher ganz individuell und flexibel in den Unterricht einbauen. Bei vielen Projekten fand das Mitforschen im Freien statt und konnte somit z. B. im Rahmen eines Schulausflugs durchgeführt werden.

Preise

Die engagiertesten Citizen Scientists werden durch das BMBWF gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Forschungseinrichtungen mit attraktiven Preisen ausgezeichnet. Schulklassen können sich über bis zu 1.000,- Euro für die Klassenkassa freuen. In diesem Jahr wird außerdem ein Sonderpreis in der Höhe von 2.000,- Euro für das kreativste Video vergeben. Für die Teilnahme am Video-Wettbewerb war die Einsendung des Videos inklusive ausgefülltem Anmeldeformular an citizenscience@oead.at oder per Post an das Zentrum für Citizen Science, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien, erforderlich (Download Teilnahmebedinungen).

Höhepunkt des Citizen Science Awards ist die feierliche Verleihung im Rahmen einer großen Festveranstaltung am 19. November 2019 an der Universität Wien.

Den Folder gibt es hier zum Download: Download Folder

Projekte

Stadt – Land – Bild

Historisches Bild vom Leben auf dem Land © Volkskundemuseum Wien

Eine soziale Bildanalyse zeitgenössischer Sehnsuchtserscheinungen
Akademie der bildenden Künste Wien

Über eine raumgreifende multimediale Installation aus weitläufigen Touch-Screen-Wänden untersuchten Schülerinnen und Schüler im Volkskundemuseum Wien die Herstellung und den Gebrauch von (Heimat-)Bildern im Alltag, in den Medien und in der Politik. Konkret sollten – gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern – die Wirkungen dieser Sehnsuchtsbilder auf Menschen beschrieben und reflektiert werden, um auch versteckte Botschaften zu lesen und zu erfassen.

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DreckSpotz

Plastik- und Glasflaschen auf einer Wiese © Evelyn Knoll

Für ein sauberes Österreich: Spotten und Sammeln von Müll in der Natur
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000

In Österreich fallen jährlich 62 Millionen Tonnen Müll an und ein nicht unwesentlicher Teil davon landet in der Natur. Über die App „DRECKSPOTZ | GLOBAL 2000“ konnte gefundener Müll in der Natur fotografiert, in eine Karte eingetragen und kategorisiert werden – und sollte dann auch richtig entsorgt werden, um die Natur so ein Stück sauberer zu machen. Neben der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung soll dieses Projekt auch zur Entwicklung langfristiger Lösungen für die Müllproblematik in Österreich beitragen.

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food_history@exploreAT

Fotocollage mit historischem Foto einer Hausfrau © CC BY-NC Katja Berger 2018

Erfragen, fotografieren und dokumentieren von Alltagsgeschichte(n)
International Center for Archival Research (ICARUS), Wien | Österreichische Akademie der Wissenschaften

Schülerinnen und Schüler waren gefragt, wenn es darum ging, die Geschichte des Themas „Essens“ zu erforschen, indem im Umkreis nach alten Rezepten, früheren Koch- und Essgewohnheiten oder Nahrungsmittelbeschaffung und -aufbewahrung gefragt wurde. Die gesammelten Daten sollen in einer Topothek (Online-Archiv) für die Nachwelt gesichert werden. Alle Beiträge flossen in die internationale Erforschung kultureller Bezüge des Essens ein.

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NestCams

Graugans mit ihren Jungen am Nest © Archiv KLF

Erforschung des Brutverhaltens von Graugänsen und Waldrappen
Universität Wien

Um Zusammenhänge zwischen den Verhaltensmustern und dem Bruterfolg aufzuzeigen, untersucht die Universität Wien die Brut sowie Aufzucht und Betreuung von Jungtieren von zwei Vogelarten: Graugänsen (Nestflüchter, langzeitmonogam, das Nest wird ausschließlich vom Weibchen betreut) und Waldrappen (Nesthocker, saisonal monogam, das Nest wird von beiden Paar-Partnern betreut). Citizen Scientists wurden gebeten kurze Videosequenzen zu analysieren und zu beschreiben (= kodieren), was die Vögel gerade am Nest machen.

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CityOases

Junges Mädchen springt auf einer Wiese, mit Blick auf Wien © Bernhard Groeger, Umweltbundesamt

Die schönsten Plätze Wiens finden International
Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) | Umweltbundesamt | Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000

Öffentliche Flächen in der Stadt bieten viele Nutzungsmöglichkeiten. Beim Projekt „CityOases“ wurden mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern Daten zur Nutzung von Grün- und Freiräumen in der Stadt Wien gesammelt. Über eine App konnten Fotos urbaner Grün- und Freiflächen hochgeladen, die möglichen Aktivitäten beschrieben und eine subjektive Bewertung der Umgebung abgegeben werden, wie z. B. hinsichtlich des persönlichen Wohlbefindens, der Sauberkeit, Lautstärke und/oder Attraktivität.

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Deutsch in Österreich

Junges Mädchen fotografiert mit ihrem Handy einen Sticker, der an einer Stange klebt © Barbara Heinisch

Entdeckung der Sprachlandschaft Österreichs
Universität Wien

Wie wird Sprache in Österreich verwendet? Welche Sprachen und Dialekte sind auf der Straße, im Park oder in öffentlichen Gebäuden verschriftlicht? Das Projekt »Deutsch in Österreich« erforscht die Vielfalt der deutschen Sprache in Österreich, wie sie sich verändert und wie sie von der Bevölkerung verwendet und wahrgenommen wird. Mittels App konnten Citizen Scientists Fotos von Schrift im öffentlichen Raum (z. B. Schilder, Plakate, Sticker) samt Ortsangabe hochladen und mit Bestimmung der zu sehenden Sprache(n) versehen.

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Flugkünstler gesucht

Schwalbennest mit Jungtieren © Flickr.com, Mark Hinsta

Erhebung der Nistplätze von Rauch- und Mehlschwalben im Bezirk Tulln
Veterinärmedizinische Universität Wien

Rauch- und Mehlschwalben leben in unmittelbarer Nähe zum Menschen. Jeden Sommer kehren die Flugkünstler nach Mitteleuropa zurück und ziehen ihre Jungtiere in ihren Nestern an Haus-, Hof- und Stallwänden auf. Um einen Überblick über deren Vorkommen im Bezirk Tulln, NÖ, zu erhalten, waren Schulklassen und Einzelpersonen dazu aufgerufen, besetzte, nicht besetzte sowie im Bau befindliche Nester in dieser Region zu fotografieren und in einem standardisierten Meldebogen online zu erfassen.

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