Citizen Science Award 2019

Die Gewinnerinnen und Gewinner auf der Bühne mit ihren Schecks (öffnet Bild in Modal-Fenster) © OeAD GmbH/APA-Fotoservice/Schedl

Welche Verhaltensmuster zeigen Graugänse und Waldrappe an ihren Nestern? Wie wird Sprache im öffentlichen Raum verwendet? Und wo sind die schönsten Plätze Wiens? Diesen und vielen weiteren Forschungsfragen konnten Schülerinnen, Schüler und Einzelpersonen im Rahmen des Citizen Science Awards 2019 nachgehen. Die Engagiertesten wurden im Rahmen einer Festveranstaltung am 19. November 2019 ausgezeichnet.

Von 1. April bis 5. Juli 2019 konnten sich Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen an sieben ausgewählten Forschungsprojekten beteiligen, fünf Projekte richteten sich auch an Einzelpersonen. 2.100 Personen sind dem Aufruf in diesem Jahr gefolgt, wobei sich ein Großteil dieser engagierten Citizen Scientists in einem der zahlreich angebotenen Workshops besonders intensiv mit dem jeweiligen Forschungsthema auseinandergesetzt hat. Insgesamt wurden den Forschenden in den knapp über drei Monaten über 48.000 Beiträge übermittelt.

Festveranstaltung

Im Rahmen der Festveranstaltung am 19. November 2019 an der Universität Wien wurden die engagiertesten Citizen Scientists vom BMBWF, dem OeAD und den  Vertreterinnen und Vertretern der Forschungseinrichtungen mit attraktiven Preisen ausgezeichnet. Schulklassen konnten sich über bis zu 1.000,- Euro für die Klassenkassa freuen. In diesem Jahr wurde außerdem ein Sonderpreis in der Höhe von 2.000,- Euro für das kreativste Video vergeben.

Bildgalerie

Die Projekte

Stadt – Land – Bild

Historisches Bild vom Leben auf dem Land © Volkskundemuseum Wien

Eine soziale Bildanalyse zeitgenössischer Sehnsuchtserscheinungen

Akademie der bildenden Künste Wien

Über eine raumgreifende multimediale Installation aus weitläufigen Touch-Screen-Wänden untersuchten Schülerinnen und Schüler im Volkskundemuseum Wien die Herstellung und den Gebrauch von (Heimat-)Bildern im Alltag, in den Medien und in der Politik. Konkret sollten – gemeinsam mit Forschenden – die Wirkungen dieser Sehnsuchtsbilder auf Menschen beschrieben und reflektiert werden.Weitere Informationen

Die Preisträgerinnen und -preisträger
1. Platz: NMS Kals am Großglockner
2. Platz: PTS im Zentrum
3. Platz: Lauder Chabad Campus/ORG

DreckSpotz

Plastik- und Glasflaschen auf einer Wiese © Evelyn Knoll

Für ein sauberes Österreich: Spotten und Sammeln von Müll in der Natur
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000

In Österreich fallen jährlich 62 Millionen Tonnen Müll an und ein nicht unwesentlicher Teil davon landet in der Natur. Über die App „DRECKSPOTZ | GLOBAL 2000“ konnte gefundener Müll in der Natur fotografiert, in eine Karte eingetragen und kategorisiert werden. Neben der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung soll dieses Projekt auch zur Entwicklung langfristiger Lösungen für die Müllproblematik in Österreich beitragen. Weitere Informationen

Die Preisträgerinnen und -preisträger
1. Platz (Schule): BRG Hallein
2. Platz (Schule): SchülerInnenschule WUK
Einzelperson: Daniela Loidl

food_history@exploreAT

Fotocollage mit historischem Foto einer Hausfrau © CC BY-NC Katja Berger 2018

Erfragen, fotografieren und dokumentieren von Alltagsgeschichte(n)
International Center for Archival Research (ICARUS), Wien | Österreichische Akademie der Wissenschaften

Schülerinnen und Schüler erforschten die Geschichte des Themas „Essens“, indem sie alte Rezepte, frühere Koch- und Essgewohnheiten oder Nahrungsmittelbeschaffung und -aufbewahrung recherchierten. Die gesammelten Daten sollen in einer Topothek (Online-Archiv) für die Nachwelt gesichert werden. Alle Beiträge flossen in die internationale Erforschung kultureller Bezüge des Essens ein. Weitere Informationen

Die Preisträgerinnen und -preisträger
1. Platz: BORG Radstadt
2. Platz: VS Oberwart
3. Platz: BG Purkersdorf

NestCams

Graugans mit ihren Jungen am Nest © Archiv KLF

Erforschung des Brutverhaltens von Graugänsen und Waldrappen
Universität Wien

Um Zusammenhänge zwischen den Verhaltensmustern und dem Bruterfolg aufzuzeigen, untersucht die Universität Wien die Brut sowie Aufzucht und Betreuung von Jungtieren von zwei Vogelarten: Graugänsen und Waldrappen. Citizen Scientists wurden gebeten kurze Videosequenzen zu analysieren und zu beschreiben (= kodieren), was die Vögel gerade am Nest machen. Weitere Informationen


Die Preisträgerinnen und -preisträger
1. Platz (Schule): HLW Freistadt
2. Platz (Schule): Wiedner Gymnasium / Sir Karl Popper Schule
Einzelperson: Victoria Strobl

CityOases

Junges Mädchen springt auf einer Wiese, mit Blick auf Wien © Bernhard Groeger, Umweltbundesamt

Die schönsten Plätze Wiens finden International
Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) | Umweltbundesamt | Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000

Beim Projekt „CityOases“ wurden mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern Daten zur Nutzung von Grün- und Freiräumen in der Stadt Wien gesammelt. Über eine App konnten Fotos urbaner Grün- und Freiflächen hochgeladen, die möglichen Aktivitäten beschrieben und eine subjektive Bewertung der Umgebung abgegeben werden, wie z. B. hinsichtlich des persönlichen Wohlbefindens, der Sauberkeit, Lautstärke und/oder Attraktivität. Weitere Informationen

Die Preisträgerinnen und -preisträger
1. Platz (Schule): Wiedner Gymnasium / Sir Karl Popper Schule
2. Platz (Schule): BRG 14 Linzer Straße
Einzelperson: Manuel Schönhofer

Deutsch in Österreich

Junges Mädchen fotografiert mit ihrem Handy einen Sticker, der an einer Stange klebt © Barbara Heinisch

Entdeckung der Sprachlandschaft Österreichs
Universität Wien

Wie wird Sprache in Österreich verwendet? Welche Dialekte sind auf der Straße oder in Parks verschriftlicht? Das Projekt »Deutsch in Österreich« erforscht die Vielfalt der deutschen Sprache in Österreich, wie sie sich verändert und wie sie von der Bevölkerung verwendet und wahrgenommen wird. Mittels App konnten Citizen Scientists Fotos von Schrift im öffentlichen Raum (z. B. Schilder, Plakate, Sticker) samt Ortsangabe hochladen und mit Bestimmung der zu sehenden Sprache(n) versehen. Weitere Informationen

Die Preisträgerinnen und -preisträger
1. Platz (Einzelperson): Michael Kozlik
2. Platz (Einzelperson): Claudia Mauss
Schule: NMS Oberndorf

Flugkünstler gesucht

Schwalbennest mit Jungtieren © Flickr.com, Mark Hinsta

Erhebung der Nistplätze von Rauch- und Mehlschwalben im Bezirk Tulln
Veterinärmedizinische Universität Wien

Rauch- und Mehlschwalben leben in unmittelbarer Nähe zum Menschen. Jeden Sommer kehren die Flugkünstler nach Mitteleuropa zurück und ziehen ihre Jungtiere in ihren Nestern an Haus-, Hof- und Stallwänden auf. Um einen Überblick über deren Vorkommen im Bezirk Tulln zu erhalten, wurde dazu aufgerufen, Nester zu fotografieren und in einem standardisierten Meldebogen online zu erfassen. Weitere Informationen

Die Preisträgerinnen und -preisträger
1. Platz (Einzelperson): Norbert Veigel
2. Platz (Einzelperson): Herbert Stadler
Schule: BG/BRG Tulln

Sonderpreis

Den Sonderpreis für das kreativste Video, das die Teilnahme am Citizen Science Award dokumentierte, in Höhe von 2.000,- Euro holte sich die NMS Scharnstein. Das ausgezeichnete Video ist in Kürze hier zu finden.