Profile der Young Science-Botschafterinnen und -Botschafter

Dr. Herbert Zettel

  • 4 Besuche pro Jahr
  • Regionen: Wien
  • Keine anfallenden Kosten für die Schule


Forschungsschwerpunkte  

  • Systematik und Taxonomie von Wasserwanzen (Schwerpunkt Südostasien)
  • Systematik und Taxonomie von Ameisen (Südostasien)
  • Ökologie und Naturschutz von Wildbienen und Grabwespen in Österreich


Aktuelle Projekte  

Voluntary Self-Sacrifice in Exploding Ants: a mechanism to defend co-evolved microbiomes? (WWTF): Die verschiedenen Arten, wie Organismen um Territorien und Ressourcen kämpfen, sind Schlüsselprozesse der Ökologie. Gewisse Arten der Holzameisen, die manchmal als „explodierende Ameisen“ bezeichnet werden, dominieren arboreale Lebensräume in den Regenwäldern Borneos und haben dafür ein bemerkenswertes Verhalten entwickelt: Im territorialen Wettstreit mit feindlichen Ameisenarten und im Kampf mit anderen Gliedertieren platzen sie absichtlich auf und töten so ihre Feinde mit dem klebrigen und giftigen Sekret ihrer enorm vergrößerten Mandibeldrüse. Selbstaufopferung ist im Tierreich ein sehr seltenes Phänomen. Das Projekt versucht, Erklärungsmodelle zu entwickeln, welche evolutiven Prozesse und welche ökologischen Voraussetzungen bei den „explodierenden“ Ameisen zu diesem Verhalten geführt haben könnten. Die Hypothese des Projekts ist es, dass das Verhalten zur Erhaltung einer speziellen Mikrobengemeinschaft auf den Blattoberseiten, welche den Ameisen als Nahrung dient, entwickelt wurde.

Vielfalt der Wasserwanzen in Brunei (Borneo):
Die größte Artenvielfalt der Insekten findet man in den Tropen. Man schätzt, dass erst ein Viertel aller Insektenarten überhaupt wissenschaftlich beschrieben bzw. benannt ist. Die Taxonomie ist jene Wissenschaft, die sich mit der Klassifizierung und Benennung von Organismen beschäftigt. Sie bildet die erste Grundlage weiterer biologischer Forschung. Während Expeditionen in tropische Gebiete findet man immer zahlreiche, bisher völlig unbekannte Insektenarten. Bei meinem Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität in Brunei Darussalam, das mich zweimal in die Regenwälder Borneos geführt hat, war das nicht anders. Was man in wenigen Wochen fängt, benötigt aber oft Jahre der wissenschaftlichen Aufarbeitung. Umfangreiche Vergleichssammlungen wie jene des Naturhistorischen Museums und ein Überblick über die gesamte fachspezifische Literatur sind die Grundvoraussetzung für diese Arbeit. Der Link verbindet zu einer der Publikationen, welche im Rahmen dieses Projekts erschienen sind.

Wildbienen und Grabwespen in den Trockenlebensräumen Ostösterreichs:
Wenn von Bienen die Rede ist, denken fast alle Menschen an die Honigbiene. Nur wenige wissen, dass es weltweit etwa 20.000, in Österreich immerhin fast 700 Bienenarten gibt. Sie unterscheiden sich nicht nur stark durch ihr Aussehen, sondern auch in ihren Lebensweisen. Die meisten Bienenarten leben solitär, d. h. ein Weibchen sorgt alleine für seine Nachkommen. Die Nester werden artspezifisch oft im Boden, oder in Holzlöchern, hohlen Stängeln, leeren Schneckenschalen u.s.w. angelegt. Die Nahrung der Larven ist Pollen. Auch hier gibt es Spezialisten, die unter Umständen nur eine einzige Pflanzenart nützen. Die mit den Bienen nahe verwandten Grabwespen – es gibt 300 Arten in Österreich – versorgen ihre Nachkommen mit tierischer Nahrung: hauptsächlich gelähmten Insekten, manchmal auch Spinnen. Die Trockenlebensräume Österreichs beherbergten eine besonders reichhaltige Bienen- und Grabwespenfauna. Durch Veränderungen der Landschaft und Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft sind einige Arten bereits verschwunden, zahlreiche weitere stehen heute in Österrreich vor dem Aussterben. Zum Beispiel weiß man von der Leinbiene, einer besonders spektakulären Art, die ihre Bodennester mit Blütenbättern tapeziert, dass ihr Bestand bei unter 50 Individuen liegt.


Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang

  • Studium der Biologie mit Hauptfach Zoologie an der Universität Wien; Doktorarbeit über parasitische Wespen; Abschluss 1991.
  • Seit 1992 Leiter der Hemiptera-Sammlung (Wanzen, Zikaden, Pflanzenläuse) am Naturhistorischen Museum in Wien. Spezialist für Wasserwanzen mit geografischem Schwerpunkt Südostasien.
  • Zahlreiche Forschungsreisen, z. B. nach Thailand, Malaysien und Brunei sowie auf die Philippinen. Außerdem Einarbeitung in die Artenvielfalt der Ameisen Südostasiens.
  • In Österreich Mitarbeiter bei Life-Natur-Projekten und Inventarisierungsprojekten als Kenner der heimischen Bienen- und Grabwespenfauna.
  • Redakteur mehrerer Zoologischer Zeitschriften. Funktionen in entomologischen Vereinen in Österreich.


Weitere Informationen zur Vorbereitung von Schulen

https://www.wwtf.at/programmes/life_sciences/LS13-048
http://explodingants.com
www.nhm-wien.ac.at/jart/prj3/nhm/data/uploads/mitarbeiter_dokumente/zettel/266.pdf
http://docplayer.org/27679586-Wildbienen-und-grabwespenmonitoring-im-rahmen-des-life-projektes-bisamberg-habitat-management.html

Herbert Zettel

Organisation

Naturhistorisches Museum Wien

Position

Zoologische Abteilung für Insekten

Besuch

  • Wien

Wissenschaftsbereich

  • NATURWISSENSCHAFTEN