Profile der Young Science-Botschafterinnen und -Botschafter

Assoc.-Prof. Dr. Kirsten von Elverfeldt

  • 4 Besuche pro Jahr
  • Regionen: alle Bundesländer möglich, Fokus Kärnten
  • Keine anfallenden Kosten für die Schule


Forschungsschwerpunkte

  • Geomorphologie
  • Globaler Umweltwandel
  • Naturgefahren
  • Wissenschaftstheorie
  • Erkenntnistheorie
  • Mensch-Umwelt-Beziehungen
  • Anthropozän
  • Komplexität-Selbstorganisation-Nichtlinearität


Aktuelle Projekte

Online-Lernmodul zu Komplexität und Nichtlinearität in geographischen Zusammenhängen: Erarbeitung eines Online-Lernmoduls mit Studierenden, um Komplexität und Nichtlinearität in geographischen Zusammenhängen interessierten Laien und Studierenden am Anfang ihres Studiums mit Nichtlinearität und Komplexität vertraut zu machen. Werden Nichtlinearität und Komplexität mitgedacht, ändert sich der Blick auf die Welt und es entstehen Fragen, die mit traditioneller Forschung nicht beantwortet werden können. Gleichzeitig wird versucht, die Akzeptanz von prinzipieller Unsicherheit zu erhöhen.

Selbstorganisation natürlicher Systeme:
Unsere Welt ist voller Überraschungen und unerwarteter Entwicklungen. Trotzdem erkennen wir immer auch Ordnung in den Dingen. Vielleicht ist tatsächlich das Erstaunlichste an unserer Erde, dass Veränderungen immer wieder in neuer, anderer Ordnung resultieren. Ist also selbst geschaffene Ordnung in den Dingen? Organisieren sich Systeme selbst? Denn wir leben in einer Welt der Ordnung. Wenn wir uns die Erde ansehen, finden wir eine recht geordnete Situation vor – es gibt Strukturen. Oder muss es heißen: alles gibt sich Strukturen? Luft genauso wie Wasser, Boden und Feuer. Es gibt Leben – und Gesellschaften, die ebenfalls mehr oder minder organisiert sind und spezifische Strukturen aufweisen. Aber wir leben auch in einer Welt der Veränderung – der Wandel ist nicht nur zukünftig und gegenwärtig, sondern er hat immer stattgefunden. Meist sehen wir das auch ganz selbstverständlich für die Entwicklung des Lebens, oder andere „große“ Dinge wie die Plattentektonik. Aber Veränderungen finden nicht nur in großen Zeiträumen statt, sondern andauernd. Was aber das wirklich Erstaunliche an dem Wandel ist: Wieso wird nicht einfach nur Chaos und Zerstörung produziert? Wieso entsteht aus einer vorherigen Ordnung neue Ordnung? Aus Struktur Struktur? Wir sehen Phänomene, denen wir allesamt eine bestimmte Funktion zuschreiben können. Was ist ein möglicher Mechanismus dahinter?

Globaler Umweltwandel:
In der Forschung zum globalen Umweltwandel geht man meist davon aus, dass bestimmte Treiber – z.B. Meeresspiegeländerungen, Klima, der Mensch – den Wandel verursachen. Theorien zu Komplexität und Selbstorganisation deuten jedoch auf eine andere Erklärungsmöglichkeit: Wandel, der ohne eine spezifische Ursache stattfindet, sondern durch die Interaktion verschiedener Prozesse entsteht, sodass nicht „die eine“ Ursache den Wandel vorantreibt. Dies stellt die Forschung in vielerlei Hinsicht vor Herausforderungen, wobei zwei Aspekte besonders hervorstechen: Bei der Rekonstruktion vergangener Verhältnisse (Klima der Vergangenheit) müsste dann davon ausgegangen werden, dass der Wandel auch ohne die Veränderung in externen Treibern vonstattengegangen ist. Und auch gegenwärtige Veränderungen sind vielleicht nicht allein auf externe Treiber zurückzuführen, sondern auf interne Dynamiken, die wir noch nicht verstehen.


Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang

  • Assoc.-Prof am Institut für Geographie und Regionalforschung, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (seit 2017)
  • Postdoc-Assistentin am Institut für Geographie und Regionalforschung, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (2011-1016)
  • Lektorin an der Universität Wien, freie Mitarbeiterin im Marie-Curie-Research and Training Network „Mountain Risks" (2010-2011)
  • Promotion in Geographie, Universität Wien. Thema der Disserationsschrift: "Systemtheorie in der Geomorphologie. Problemfelder, erkenntnistheoretische Konsequenzen und praktische Implikationen" (mit Auszeichnung) (2010)
  • Wissenschaftliche Assistentin, Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien (2006-2010)
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Geographischen Institut, Universität Bonn
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Onderzoeksgroep Fysische en Regionale Geografie, Katholieke Universiteit Leuven, Belgien (2002-2003)
  • Studium der Geographie, Meteorologie und Bodenkunde in Bonn, Deutschland und Cork, Irland. Thema der Diplomarbeit: "Analyse der Blockgletscherkinematik im Turtmanntal, Wallis, mittels digitaler Photogrammetrie" Preise:
  • Förderungspreis für Naturwissenschaften/Technische Wissenschaften des Landes Kärnten 2013
  • Springer Theses Prize - Recognizing Outstanding Ph.D Research (2011)
  • Hans Bobek-Preis 2010 für die Dissertation "Systemtheorie in der Geomorphologie. Problemfelder, erkenntnistheoretische Konsequenzen und praktische Implikationen"
  • Dissertationspreis des Jahres 2010, Deutscher Arbeitskreis für Geomorphologie (DGfG)


Links zu den Projekten

http://www.geo.aau.at/images/stories/Intern/Lernmodul_V3/index.html
http://www.geo.aau.at/images/stories/Intern/Lernmodul/index.html
https://www.flickr.com/photos/134533682@N05/19949223700
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0169555X15301616

Kirsten von Elverfeldt

Organisation

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Position

Institut für Geographie und Regionalforschung

Einsatzbereiche

  • Burgenland
  • Kärnten
  • Niederösterreich
  • Oberösterreich
  • Salzburg
  • Steiermark
  • Tirol
  • Vorarlberg
  • Wien

Wissenschaftsbereich

  • NATURWISSENSCHAFTEN