Profile der Young Science-Botschafterinnen und -Botschafter

Dr. Norbert Paulo

  • 6 Besuche pro Jahr
  • Regionen: alle Bundesländer
  • Anfallende Kosten für die Schule: keine Kosten für die Schule soweit mit ÖBB gut erreichbar, ansonsten Ersatz der Fahrtkosten

Forschungsschwerpunkte

  • Ethik
  • Experimentelle Ethik
  • Angewandte Ethik (Bioethik)
  • Rechtsphilosophie

Aktuelle Projekte

Moralische Verbesserung des Menschen: Es gibt viele traditionelle Mittel, Menschen moralisch zu verbessern. Dazu gehören Erziehung und Schule ebenso wie Gefängnisse. Neuerdings werden biochemische Möglichkeiten untersucht, die zum gleichen Ziel führen könnten, nämlich die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Menschen tatsächlich moralisch handeln (sog. Moral Enhancement). So können etwa Hormone in Duftstoffen dazu führen, dass man anderen mehr vertraut und auch selbst fairer handelt. Erforscht werden auch Möglichkeiten, Empathie zu steigern, sowie Aggressionen und implizite rassistische Tendenzen abzumildern. In dem Projekt beschäftigt sich der Wissenschaftler u.a. mit folgenden Fragen: Welche Moral-Enhancement-Technologien sind realistisch einsetzbar? Wäre die dadurch erreichte moralische Verbesserung genauso gut oder lobenswert wie eine vergleichbare Verbesserung durch klassische Mittel? Welche Gefahren drohen durch den Einsatz von Moral Enhancement? Dieses Thema eignet sich insbesondere für die Unterrichtsfächer Psychologie & Philosophie, Ethik und Biologie. Eine sehr gute (englischsprachige) Einführung ins Thema bietet diese Präsentation von Prof. Julian Savulescu (Oxford).

Experimentelle Ethik: In diesem Projekt beschäftigt sich der Forscher mit den Möglichkeiten und Grenzen der experimentellen Philosophie. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, gibt es einen beachtlichen moralischen Fortschritt. Sklaverei ist weitgehend abgeschafft; die Gleichberechtigung von Menschen aller Ethnien und Geschlechter wird ganz überwiegend anerkannt. Merkwürdigerweise kann man für die Wissenschaft, die sich mit der Moral beschäftigt – die Moralphilosophie –, im gleichen Zeitraum keinen vergleichbaren Fortschritt konstatieren. Dieser mangelnde Fortschritt hat Forscherinnen und Forscher aus empirischen Disziplinen auf den Plan gerufen, die mit ihren Mitteln versuchen, das Phänomen Moral zu untersuchen. In den vergangenen 15 bis 20 Jahren haben vor allem philosophisch interessierte Psychologinnen/Psychologen und Kognitionswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler versucht, mit den Methoden der empirischen Wissenschaften die Moralphilosophie zu informieren oder gar klassische philosophische Probleme zu klären. Diese sogenannte experimentelle oder empirisch informierte Ethik versucht also, empirische Erkenntnisse auf normative oder konzeptionelle Fragen der Moral zu beziehen. So legen beispielsweise Experimente nahe, dass moralische Entscheidungen – von Laien wie von professionellen Ethikerinnen/Ethikern und Richterinnen/Richtern – von moralisch irrelevanten Faktoren abhängen, etwa von der Sauberkeit der Umgebung, der Nähe oder Ferne zum Handlungsort und vom Blutzuckerspiegel. Dieses Thema eignet sich insbesondere für die Unterrichtsfächer Psychologie & Philosophie, Ethik und Biologie. Eine sehr gute (englischsprachige) Einführung ins Thema bietet diese Präsentation von Prof. Joshua Greene (Harvard).

Migration und Nationalstaatlichkeit: Angesichts immer globalerer Lebensläufe und massenhafter Migrationsbewegungen aufgrund von Kriegen, Klimawandel und wirtschaftlicher Not beschäftigt sich der Forscher in diesem Projekt mit einem zeitgemäßen Verständnis von Nationalstaatlichkeit und Staatsbürgerschaft. Warum genau hat etwa jemand, dessen Eltern Österreicher sind, automatisch das Wahlrecht, auch wenn er gar nicht im Land lebt, ein Ausländer, der lange in Österreich lebt, aber nicht? Nach welchen Kriterien sollte das Wahlrecht vergeben werden? Sollten nicht diejenigen politisch mitbestimmen dürfen, die von politischen Entscheidungen betroffen sind? Das könnte zu einem Mitbestimmungsrecht von Flüchtlingen in der Grenz- und Asylpolitik führen. Weitere Fragen, mit denen er sich in diesem Projekt beschäftigt: Haben Flüchtlinge einen Anspruch auf Aufnahme? Was spricht eigentlich für und gegen doppelte Staatsbürgerschaft? Was ist der Unterschied zwischen einer Nation, einem Staat und einem Nationalstaat? Ist Demokratie nur in Nationalstaaten möglich oder könnte sie auch global funktionieren? Diese Themen eignen sich insbesondere für die Unterrichtsfächer Geschichte, Sozialkunde & Politische Bildung, Psychologie & Philosophie und Ethik.

Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang

Nach einem Studium der Philosophie und der Rechtswissenschaften Promotion promovierte der Forscher in Hamburg. Seit 2013 lehrt und forscht er an der Universität Salzburg, seit 2017 auch an der Universität Graz, wo er an einer moralphilosophischen Habilitation arbeitet. Außerdem ist er Fellow des Zentrums für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld. Forschungsaufenthalte an der Georgetown University (Washington, DC) und an der Oxford University.


Organisation

Universität Graz

Position

Institut für Philosophie & Fachbereich Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Besuche

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Wissenschaftsbereich

  • GEISTESWISSENSCHAFTEN, KUNST UND KULTUR