Profile der Young Science-Botschafterinnen und -Botschafter

DI Dr. Michael Grabner

  • 2-3 Besuche pro Jahr
  • Regionen: Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Wien
  • Keine anfallenden Kosten für die Schule

Forschungsschwerpunkte

  • Jahrringanalyse (Datierung, Einfluss des Klimas auf das Wachstum der Bäume)
  • Historische Holzverwendung

 

Aktuelle Projekte

Holzhandwerk revisited. Altes Handwerk – für die Zukunft bereit: Holz ist auch heute einer der wichtigsten Roh- und Werkstoffe. Die Verarbeitung von Holz hat sich jedoch wesentlich verändert – weg von der bäuerlichen oder handwerklichen Bearbeitung hin zu hochmodernen Industrieprodukten. Das Wissen um die Holzauswahl, Lagerung, Bearbeitung usw. wurde traditionell von Generation zu Generation weitergegeben. Nur in Ausnahmefällen gibt es schriftliche Aufzeichnungen. Gewisse Handwerkstechniken wurden in den österreichischen Museen (hier vor allem im Österreichischen Freilichtmuseum Stübing) erhalten bzw. wiederentdeckt. In diesem Projekt wurde das Hauptaugenmerk auf die detailgenaue Dokumentation der Handwerkstechnik gelegt. Folgende Dokumentationen wurden erstellt und sind über Youtube im Channel „Holzverwendung“ zu finden: Das Aushacken eines Balkens mit dem Breitbeil, Herstellen eines Zaunringes, Herstellen eines Holznagels, Herstellen einer Kraxe (=Schwerlastkorb), Herstellen eines Haussegens, Herstellen eines Birkenreisigbesens. Das Ziel ist eine exakte Dokumentation in einer gleichzeitig modernen, ansprechenden Aufbereitung und zielgruppengerechten Verbreitung der Videoclips. Die Filme sollen Interesse am Handwerk wecken, und auch Anleitung und Hilfestellung für Interessierte sein.

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WertHolz: Vor nicht allzu langer Zeit wurden noch fast alle Gerätschaften des täglichen, vor allem bäuerlichen, Bedarfs aus Holz gefertigt. Unterschiedliche Teile eines Geräts waren dabei verschiedensten Beanspruchungen ausgesetzt, genauso vielfältig war auch die Holzartenauswahl. Josef Blau zählt im Jahr 1917 noch 27 Holzarten im typischen böhmischen Hauswesen und betont dabei, dass jedes Holz nach Herkunft und Eigenschaft unterschieden und für den passenden Gebrauch ausgewählt wurde. Heute werden diese Holzarten – Großsträucher und Kleinbäume (wie z.B. Kornelkirsche und Berberitze) – nicht mehr genutzt. Im Projekt Wert-Holz wurde historische Literatur analysiert und mit modernen Prüfwerten verknüpft, um selten genutzte Holzarten unter Einbeziehung von Ergebnissen vorhergehender Untersuchungen detailliert zu beschreiben und das Potential für moderne Nutzungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Ziel des Projektes war es die Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten der mitteleuropäischen Holzarten, inklusive der heute nicht mehr im Einsatz befindlichen Kleinbäume und Großsträucher, darzustellen. Als Datenbasis dafür steht die Analyse der historischen Literatur, die moderne zahlenmäßige Charakterisierung sowie Ergebnisse aus vorangegangenen Projekten zur Verfügung. Diese drei Informationsquellen wurden zusammengeführt und wurden im Frühjahr 2017 als umfassende Beschreibung von 60 mitteleuropäischen Holzarten in Buchform im Verlag Kessel veröffentlicht. Die öffentliche Diskussion des Potentials von selten genutzten Holzarten sowie die Thematisierung von diesem im Schulunterricht und der damit verbundener Heranführung von zukünftigen Akteuren der Holzbranche an die Inhalte von „Wert-Holz“ soll eine nachhaltige Nutzung unserer heimischen Holzressourcen forcieren.

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Datierung der prähistorischen Bergwerkshölzer aus Hallstatt: Mit Hilfe der Dendrochronologie (Jahrringanalyse) können Holzfunde jahrgenau datiert werden. Hierzu ist die Messung von zumindest 30-50 Jahrringbreiten als Serie nötig. Ein lebender Baum bildet in unseren Breiten jährlich eine Zellhülle aus, die sich bildlich gesprochen jeweils aufs Neue über den gesamten Holzkörper des Baumes stülpt. Die Umwelt hat dabei einen wesentlichen Einfluss auf den Zuwachs des Baumes – vor allem das Klima. So wächst eine Tanne in einem warmen und regenreichen Sommer besser als in einem heißen und trockenen. Die Unterschiede lassen sich durch die Messung der Breiten der Jahrringe feststellen. Um Messfehler oder auch fehlende Jahrringe auszuschließen, müssen immer mehrere Proben verglichen (synchronisiert) werden. Aus den Jahrringbreiten vieler Einzelbäume, aus Einzelproben historischer Bauten sowie aus Holzproben von archäologischen Grabungen werden so genannte Standardchronologien erstellt. Das Enddatum einer Chronologie wird immer durch den zuletzt zugewachsenen Jahrring von lebenden Bäumen bestimmt. Die Datierung einer Holzprobe unbekannten Alters erfolgt durch Vergleich mit der erstellten Standardchronologie. Statistische Parameter liefern Hinweise auf mögliche Synchronlagen, welche immer visuell überprüft werden. Ist an den zu datierenden Holzproben noch Rinde („Waldkante“) zu sehen, kann auf das Jahr genau das Fällungsdatum des Baumes ermittelt werden. In Hallstatt konnten kürzlich alle Zeitphasen eindeutig datiert werden: Die Bronzezeitlichen Aktivitäten enden 1061 v.Chr.; die Eisenzeitlichen in mehreren Abschnitten 666 v. Chr., 570 v. Chr. und 425 v. Chr.; und die La Tene-zeitlichen 123 v.Chr.

 

Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang

  • Seit 2008 Programmbegleiter des Bachelorstudiums „Holz und Naturfasertechnologie“
  • Seit 1993 an der Universität für Bodenkultur Wien angestellt, derzeit als Senior Scientist am Institut für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe
  • Dissertation an der Universität für Bodenkultur Wien – Abschluss 2005
  • Studium an der Universität für Bodenkultur Wien – Abschluss 2002
  • Abschluss der HTL Mödling Holztechnik (1988)

Organisation

Universität für Bodenkultur Wien, Department für Materialwissenschaften und Prozesstechnik, Institut für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe

Position

Senior Scientist

Besuche

  • Burgenland
  • Kärnten
  • Niederösterreich
  • Oberösterreich
  • Steiermark
  • Wien

Wissenschaftsbereiche

  • NATURWISSENSCHAFTEN
  • TECHNIK UND TECHNOLOGIE