Profile der Young Science-Botschafterinnen und -Botschafter

Dr. Ira G. Federspiel

  • 2-3 Besuche pro Jahr
  • Regionen: Wien
  • Keine anfallenden Kosten für die Schule


Forschungsschwerpunkte

  • Kooperation
  • Soziales Lernen
  • Persönlichkeit
  • Soziale Vergleichsprozesse
  • Anpassung an städtische Lebensräume


Aktuelle Projekte

Die Einwanderung von Hirtenstaren in Australien: Hirtenstare, nahe Verwandte unserer heimischen Stare, sind natürlich heimisch in Asien, sind aber auch Meister im Einwandern in anderen Ländern, wie z. B. in Australien. Der Vergleich von Populationen im ländlichen und im städtischen Bereich dort gibt Aufschluss darüber, weshalb diese Vögel so erfolgreich in der Anpassung an neue, menschen-gemachte Umgebungen sind. Das Forschungsteam hat herausgefunden, dass Hirtenstare, die in der Stadt leben, weniger Angst haben vor neuen Dingen, ihre Umgebung mehr erkunden, innovativer sind und weniger Angst haben vor Menschen als Hirtenstare aus ländlichen Bereichen. Diese Eigenschaften könnten der Grund dafür sein, dass Hirtenstare in der Stadt so gut überleben und daher so erfolgreich beim Einwandern in neue Lebensräume sind.

Soziale Vergleichsprozesse bei Aaskrähen: Soziale Vergleichsprozesse beim Menschen sind allgegenwärtig. Keine Meinung über uns selbst ist absolut – stets vergleichen wir uns mit anderen und basieren darauf Rückschlüsse über unser Können und Wissen, unsere Fähigkeiten und Eigenschaften. Auch unsere Leistung ist beeinflussbar. Arbeiten Menschen an einem Computer nebeneinander und bekommen sie Feedback-Töne für richtig gelöste Aufgaben, verbessern sie sich, wenn sie hören, dass ihr Nachbar ein bisschen besser arbeitet als sie selbst. Ist ihr Sitznachbar jedoch viel besser als sie selbst, verbessert sich die Leistung nicht – als sie sich denken würden „das kann ich ohnehin nicht erreichen“. Ähnliche Einflüsse haben wir bei Raben- und Nebenkrähen gefunden, die nebeneinander an einem Touchscreen-Computer arbeiteten.

Soziales Lernen bei Dohlen: Um ein Problem zu lösen, z.B. wie man eine unbekannte Frucht öffnet, kann man entweder individuell oder sozial Lernen. Beim individuellen Lernen probiert man selbst aus, bis man zur Lösung des Problems kommt. Individuelles Lernen ist sehr zeitintensiv, jedoch aber detailliert und auf andere Kontexte übertragbar, weil man eben selbst herumprobiert hat und daher das Problem in all seinen Details kennt. Beim sozialen Lernen beobachtet man jemanden, der die Lösung des Problems bereits kennt. Diese Art des Informationsgewinns geht sehr schnell und ist daher „billig“, jedoch ungenau und nicht leicht auf andere Kontexte übertragbar. Im Tierreich wurde beobachtet, dass vor allem junge Tiere sehr viel Zeit in Lernen, auch individuelles Lernen, investieren, da sie zu Beginn ihres Lebens Information über ihre Umwelt für ihr weiteres Leben sammeln müssen. Bei Dohlen hat das Forschungsteam herausgefunden, dass ältere und jüngere gleichermaßen den Ort einer Futterquelle sozial lernen, jedoch nur die jungen im Anschluss das Öffnen der Futterquelle individuell lernen, weil sie unablässig probieren, bis sie die Lösung finden. Das liegt vermutlich an dem Drang, in jungen Jahren Information sammeln zu müssen.


Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang

  • 1999 – 2006: Studium und Diplomarbeit, Universität Wien (Biologie-Studium mit Schwerpunkt Zoologie und Diplomarbeit in Zoologie/Verhaltensforschung)
  • 2006 – 2010: PhD, University of Cambridge, UK (Doktorarbeit in Zoologie/Verhaltensforschung)
  • 2010: Forschungsassistentin an der Universidad de Valladolid, Spanien (Forschung mit Rabenkrähen)
  • 2011 – 2013: Projektmanagerin bei der the Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group (klinische Brustkrebsforschung)
  • 2013 –2014: Post-Doc an der Universität zu Köln in Kollaboration mit der Universität Wien und dem Deutschen Primatenzentrum (Studien zu sozialen Vergleichsprozessen bei Aaskrähen)
  • 2014: Post-Doc an der University of Newcastle, Australien/dem Department für Kognitionsbiologie Universität Wien (Studien zur Kognitionsbiologie der eingewanderten Hirtenstare)


Weitere Informationen zur Vorbereitung von Schulen

cogbio.univie.ac.at/research
www.welt.de/vermischtes/article147583059/Selbst-Kraehen-verspueren-Leistungsdruck.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Aaskr%C3%A4he
https://de.wikipedia.org/wiki/Dohle

Ira Federspiel

Organisation

ABCSG Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group

Einsatzbereich

  • Wien

Wissenschaftsbereich

  • NATURWISSENSCHAFTEN