Profile der Young Science-Botschafterinnen und -Botschafter

Mag. Alexander Lang MSc

  • 3 Besuche pro Jahr
  • Region: Niederösterreich, Wien
  • Anfallende Kosten für die Schulen: Rückerstattung der Fahrtkosten für Fahrten außerhalb Wiens

Forschungsschwerpunkte

  • Science and Technology Studies
  • Technikfolgenabschätzung
  • Lebensende, Sterben und Tod
  • Qualitative Sozialforschung
  • Diskursanalyse

Aktuelle Projekte

Sterbewelten in Österreich II: Die Perspektive der professionell Sorgenden in der Regelversorgung auf "gutes Sterben"

Sterben ist nicht nur ein biologischer, sondern immer auch ein sozialer Prozess. Die Gesellschaft, Institutionen und die eigene Biographie prägen die letzte Phase des Lebens, in der häufig medizinische, pflegerische, soziale und emotionale Betreuung und Unterstützung benötigt werden. In einem ersten Projekt (Sterbewelten I; 2016–2018) haben wir uns mit der Frage beschäftigt, was für Betroffene und Angehörige ein „gutes Sterben“ ausmacht. Vor dem Hintergrund zunehmender professioneller Betreuung am Lebensende beschäftigt sich das Projekt „Sterbewelten II“ nun damit, was „gutes Sterben“ für Pflegekräfte und Führungskräfte in der Pflege bedeutet, wie diese die sozialen Rahmenbedingungen für das Erreichen des „guten Sterbens“ wahrnehmen und wie diese mit ihnen umgehen. Das Projekt analysiert die Konstruktion des „guten Sterbens“ in Lehr- und Handbüchern, erörtert in einer Vielzahl von Gruppendiskussionen mit Pflegekräften deren Perspektive und organisiert einen Workshop mit Führungskräften aus Pflegeorganisationen. Das Projekt wird vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank (Nr. 18240) gefördert.

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Neue Anwendungen von DNA-Analysen: eine interdisziplinäre Technikfolgenabschätzung

Technische Entwicklungen haben die Analyse der DNA in den letzten Jahren und Jahrzehnten erleichtert, beschleunigt und kostengünstiger gemacht. Mittlerweile bieten Unternehmen direkt über das Internet DNA-Analysen zur Herkunfts- und Verwandtenforschung oder für Lifestyle- oder Ernährungsfragen an. Außerdem kann mit neuen Ansätzen der DNA-Phänotypisierung basierend auf genetischen Spuren (z.B. von einem Tatort) auf das Aussehen der Person (z.B. Augen-, Haut- und Haarfarbe) geschlossen werden. Der Einsatz der DNA-Phänotypisierung für Ermittlungsarbeit wird angedacht, jedoch auch kritisch gesehen. Generell schaffen diese Anwendungen von DNA-Analysen nicht nur neue Möglichkeiten, sondern bergen mitunter auch Risiken oder werfen Fragen auf. Die von TA-SWISS geförderte interdisziplinäre Technikfolgenabschätzung erörtert die technischen Möglichkeiten und Einschränkungen dieser unterschiedlichen Anwendungsfelder der DNA-Analyse, analysiert verschiedene Arten und Auswirkungen ihrer Nutzung und diskutiert ihre möglichen gesellschaftlichen Effekte und Implikationen.

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Robots in end-of-life care

In den letzten Jahren werden neue Technologien im Allgemeinen und Roboter im Speziellen als Lösungen für soziale Herausforderungen in den Pflegesystemen diskutiert. Verschiedene Arten von Robotern wurden bereits entwickelt und getestet, die Menschen physisch, psychisch oder sozial helfen sollen. Roboter könnten Mobilität unterstützen (etwa beim Aufstehen oder Gehen), Unterhaltung und Interaktion bieten (etwa durch Gespräche oder Spiele), Erinnerungen oder Kontrolle ermöglichen oder für Training und Rehabilitation eingesetzt werden. Roboter werden jedoch auch kritisch diskutiert, weil sie die Sicherheit, Privatsphäre, Qualität der Pflege oder die Würde der Gepflegten beeinträchtigen könnten. Außerdem ist unklar, ob Menschen von Robotern gepflegt und betreut werden wollen oder nicht. In diesem Projekt beschäftigte ich mich damit, wie Entwicklerinnen und Entwickler von Robotern für Pflegezwecke die Zukunft mit Robotern einschätzen.

Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang

Alexander Lang arbeitet seit 2011 als Sozialwissenschaftler am Institut für Höhere Studien (IHS), derzeit in der Forschungsgruppe „Technik, Wissenschaft und Gesellschaftliche Transformation“ (Techno-Science and Societal Transformation, TSST). Er beschäftigt sich u.a. mit der gesellschaftlichen Einbettung, den sozialen Bedeutungen und den vielfältigen Auswirkungen von neuen Technologien und Innovationen. Ausserdem setzt er sich mit Fragen verantwortungsvoller Forschung und Innovation auseinander. In nationalen und internationalen Projekten hat er aus sozialwissenschaftlicher Perspektive Themen wie Genome Editing („Genschere“, CRISPR/Cas9), über das Internet vermarktete Gentests, Fracking für Öl- und Gasförderung und Robotik in der Pflege bearbeitet.

Neben Technikentwicklung und Innovation liegt ein weiterer Forschungsschwerpunkt von Alexander Lang in den Themenbereichen Lebensende, Sterben und Tod. Er untersucht Pflege und Betreuung am Lebensende hinsichtlich der Frage, was „gutes“ Sterben in verschiedenen sozialen Zusammenhängen und für unterschiedliche Akteure bedeutet, wie es praktiziert und erreicht (oder nicht erreicht) werden kann.

Alexander Lang studierte Soziologie und Deutsche Philologie an der Universität Wien sowie Sozioökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien. Derzeit arbeitet er an seiner Dissertation zum Thema „Roboter in der Pflege“ an der Universität Wien, Fakultät für Sozialwissenschaften.

Organisation

Institut für Höhere Studien – Institute for Advanced Studies, Vienna

Besuche

  • Niederösterreich
  • Wien

Wissenschaftsbereich

  • SOZIALWISSENSCHAFTEN