Profile der Young Science-Botschafterinnen und -Botschafter

Assoc.-Prof. Mag. Dr. Claudia Brunner

  • 2 Besuche pro Jahr
  • Regionen: Kärnten, Wien
  • Anfallende Kosten für die Schule: Ersatz der Fahrtkosten

Forschungsschwerpunkte

  • Friedens- und Konfliktforschung
  • Politische Theorie
  • Feministische Forschung und Genderforschung
  • Wissenschaftsforschung

Aktuelle Projekte

Feministische und intersektionale Sozialwissenschaft als Gesellschaftskritik: Was haben Geschlecht, Rassifizierung, Klassenverhältnisse und andere soziale Platzanweiser miteinander und vor allem mit sozialer Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu tun? Wie verändert sich mein Blick auf Gesellschaft, wenn ich ausdrücklich aus feministischer, antirassistischer oder klassenbewusster Perspektive auf Probleme und Herausforderungen blicke? In welchem Zusammenhang stehen Benachteiligung und Privilegierung? Auf welche Weise sind diese bereits in unserem Bildungssystem angelegt und werden dort fortgesetzt? Was bedeutet Sexismus und Patriarchat und warum sind das keine individuell lösbaren Probleme? Warum gibt es so viel Widerstand dagegen, diese überhaupt zu benennen? Vor allem aber: Wie können wir damit auf transformative, verändernde Weise umgehen?

Post- und dekoloniale Perspektiven auf Wissens- und Herrschaftsverhältnisse in der kolonialen Moderne: Perspektiven und Theorien aus dem sogenannten Globalen Süden verändern den herkömmlichen, dominanten Blick auf unsere Welt, auf ihre Ordnung, ihre Selbstverständlichkeiten und Strukturen. Die Berücksichtigung der historischen und gegenwärtigen globalen Verbundenheit der Welt ermöglicht einen kritischen Blick auf Ungleichheit, Ungerechtigkeit, der über Einzelfallanalysen hinausgeht. Radikaler Perspektivenwechsel bedeutet, Probleme von ihrer Wurzel aus zu betrachten – und von dort aus neue Wege zu ihrer Bearbeitung denken und leben zu lernen. Wichtige Themen in diesem Zusammenhang sind Rassismus und Sexismus im Kontext mit globalen Arbeitsverhältnissen und Ressourcenverteilung, aber auch das spezifische Naturverhältnis im Kapitalismus, das seine Wurzeln im Kolonialismus hat. Kolonialismus mag fast vollständig hinter uns liegen, aber der Zustand der Kolonialität hält an. Von ihm aus die Welt zu betrachten verändert unser Verständnis von Zusammenhängen ebenso wie die Selbstverständlichkeit dominanter Ordnungen und gesellschaftlicher Positionen – mitunter auch der eigenen.

Wissen(schaft) und Gewalt(freiheit) – politische und epistemische Gewalt: Gewalt und Wissen(schaft) scheinen nichts miteinander zu tun zu haben. Wo Gewalt analysiert wird, scheint Gewalt nicht zu sein. Ausgehend von einem auf körperliche Verletzung fokussierten Verständnis von Gewalt gilt Wissensproduktion als gewaltfreier Ort, von dem aus Gewalt überwunden werden kann. Aber welche Rolle spielen symbolische und normative Gewalt, um Herrschaft und Ungleichheit als selbstverständlich und natürlich erscheinen zu lassen? Wie wirkt sprachliche und visuelle Gewalt auf Menschen an unterschiedlichen sozialen Positionen in der Gesellschaft? Was an unserem Wissen selbst kann als gewaltförmig bezeichnet werden? Was hat die globale Verteilung von natürlichen Ressourcen und Arbeit mit unserem Wissen zu tun – und inwiefern auch mit anderen Gewaltverhältnissen? Wie können diese unterbrochen werden? Welche Herausforderungen gehen mit dem Anspruch an Gewaltlosigkeit, Gewaltverzicht und Gewaltfreiheit einher – und worin unterscheiden sich diese? Welche Benachteiligungen und welche Privilegien können von welchem Wissen gestützt oder auch verändert werden?

Projektlink

www.epistemicviolence.info

Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang

  • 2020 Assoziierte Professorin am Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung, Universität Klagenfurt
  • 2019 Habilitation Politikwissenschaft, Universität Wien
  • 2015-2020 Elise Richter Exzellenzprojekt des Wissenschaftsfonds der Republik Österreich (FWF) „Theorizing Epistemic Violence“
  • 2015 Assistenzprofessorin am Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung, Universität Klagenfurt
  • 2012 Caroline von Humboldt-Preis, Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2011 Christiane Rajewsky Preis der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland (AFK)
  • 2010 - 2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung, Universität Klagenfurt
  • 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien, Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2009 Dr. phil. Politikwissenschaft, Universität Wien
  • 2005-2008 Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Graduiertenkolleg „Geschlecht als Wissenskategorie“, Humboldt-Universität zu Berlin
  • 2003 Mag. phil. Politikwissenschaft, Universität Wien
  • 2000-2001 Studienaufenthalt, Université de Paris 1 Panthéon-Sorbonne, Paris
  • 1997-2003 Studium der Politikwissenschaft, Zeitgeschichte und Geschlechterforschung, Universität Wien

Organisation

Universität Klagenfurt, Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung, Institut für Erziehungswissenschaften und Bildungsforschung

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Wissenschaftsbereich

  • SOZIALWISSENSCHAFTEN