Profile der Young Science-Botschafterinnen und -Botschafter

Dr. Andreas Bergthaler

  • 4 Besuche pro Jahr
  • Regionen: Wien, Niederösterreich, Oberösterreich
  • Anfallende Kosten für die Schule: Ersatz der Fahrtkosten (bei Schulen aus Niederösterreich und Oberösterreich)


Forschungsschwerpunkte

  • Virusinfektionen
  • Hepatitis
  • Lungenentzündung
  • Influenza
  • Stoffwechsel
  • Immunsystem
  • Immunpathologie


Aktuelle Projekte

Wie das Immunsystem unsere eigene Leber schädigt: Hepatitisviren lassen die Leber leiden – das sieht man auf den ersten Blick. Gelbe Haut, dunkler Urin oder heller Stuhl: Die Symptome für das Versagen des zentralen Stoffwechselorgans sind durch den Farbstoff Bilirubin, der sich dabei anhäuft, leicht zu erkennen. Der Krankheitsverlauf ist dagegen hochkomplex: Die verschiedenen Virustypen lösen ganze Kaskaden an Immunreaktionen aus, im schlimmsten Fall führt die dabei entstehende Leberentzündung zum Tod. Obwohl die Krankheit schon seit vielen Jahrzehnten erforscht wird, konnte man die fatalen Schäden, die sie in der Leber anrichtet, bisher nicht erklären. In der jüngsten Studie der Arbeitsgruppe von Andreas Bergthaler am CeMM sowie weiteren internationalen Kollaborationspartnern aus Deutschland, der Schweiz, England, USA und Japan, wurde nun ein wichtiger Teil dieses Rätsels gelöst: Überraschenderweise spielt ein Abwehrmolekül des Immunsystems, das Protein Interferon, eine zentrale Rolle. Dabei ist seine Hauptaufgabe der Schutz vor Infektionen: Interferon schaltet in infizierten Zellen und dem umliegenden Gewebe ein Programm zur Abwehr der Eindringlinge an. Nicht nur bei Hepatitisviren, bei fast allen viralen und bakteriellen Krankheitserregern wird das Protein aktiv- doch es hat auch eine dunkle Seite. Bergthaler und seine Kolleg/innen konnten zeigen, dass es zu einer Anhäufung gefährlicher Sauerstoffradikale in Leberzellen führt.

Warum macht uns das Influenzavirus anfälliger für Bakterien und schwere Lungenentzündungen? Während der saisonalen Grippe-Epidemien verursachen Virusinfektionen der Atemwege Symptome, wie plötzliches hohes Fieber, Husten, Kopf- und Halsschmerzen, rinnende Nase, Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein. Gruppen mit erhöhtem Gesundheitsrisiko können dabei sehr ernsthafte, manchmal lebensbedrohliche Erkrankungen entwickeln. Trotz der signifikanten klinischen und gesundheitsökonomischen Auswirkungen dieser sogenannten Superinfektionen sind die molekularen Ursachen für die erhöhte Anfälligkeit gegenüber Bakterien durch und nach Grippeerkrankungen bislang nur wenig untersucht und kaum verstanden. Vorangegangene Studien haben gezeigt, dass schwere Krankheitsverläufe, wie zum Beispiel Lungenentzündungen, sehr häufig nicht vom Virus selbst verursacht werden. Vielmehr scheint der Auslöser die Unterdrückung des Immunsystems durch die Viren zu sein, die den Organismus anfällig für Superinfektionen macht. Der Forschungsgruppe am CeMM ist es gelungen, einen neuen Koppelungseffekt zwischen dem antiviralen Interferon und dem Enzym Setdb2 zu entschlüsseln, der die antibakterielle Immunabwehr als Konsequenz der Virusinfektion schwächt und deshalb zu gefährlichen Superinfektionen führen kann. Laufende und zukünftige Forschungen zielen nun darauf ab, das komplexe Zusammenspiel zwischen Virus, Setdb2, Bakterium und Immunsystem weiter zu durchleuchten.


Auszug aus dem wissenschaftlichen Werdegang

  • 1997-2003: Studium der Veterinärmedizin (Veterinärmedizinische Universität Wien, Österreich)
  • 7-9/2001: Klinische Übungen (Universität Edinburgh, Schottland)
  • 7-9/2002: Forschungspraktikum (Universität Tokyo, Japan)
  • 9/2003: Forschungspraktikum (Dänisches Veterinärinstitut, Dänemark)
  • 2004-2007: Doktorarbeit in Immunologie und Virologie (Universität und ETH Zürich, Schweiz)
  • 2007-2008: Postdoktorale Forschung (Universität Genf, Schweiz)
  • 2008-2011: Postdoktorale Forschung (Institute for Systems Biology, Seattle, USA)
  • Seit 2011: Gruppenleiter am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Wien, Österreich)


Weitere Informationen zur Vorbereitung von Schulen

www.youtube.com/watch?v=djrS0c0LFIk
www.bergthaler1.at
www.youtube.com/watch?v=IePS35h0ykc

Andreas Bergthaler

Organisation

Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien

Position

CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin

Einsatzbereiche

  • Niederösterreich
  • Oberösterreich
  • Wien

Wissenschaftsbereiche

  • MEDIZIN, ERNÄHRUNG UND GESUNDHEIT